Gruppen­unfall­versicherung

Unternehmen müssen damit rechnen, dass die Preise für Unfallversicherungen, die sie für ihre Mitarbeiter abgeschlossen haben, steigen. Höhere Beiträge fordern die Versicherer vor allem von Firmen, die in der Vergangenheit bereits kostspielige Schäden zu verzeichnen hatten. Damit setzt sich der Verteuerungstrend der vergangenen Jahre fort.

Marktsituation

6,5 Milliarden Euro: So viel werden die Deutschen in diesem Jahr voraussichtlich für Unfallversicherungen ausgegeben haben. Das wäre ein Prozent mehr als im Jahr 2016.

Von dieser Summe werden die Versicherer voraussichtlich 3,4 Milliarden Euro für Schadenregulierungen ausgeben – 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Schadenkostenquote läge damit bei 79 Prozent.

Erwartete Schadenkostenquote:
79%
für das Geschäftsjahr 2017
Der Aufwand der Versicherer für Schadenregulierungen wird voraussichtlich bei 3,4 Mrd. Euro liegen.

Ausblick

Besonders Unternehmen, die bei den Unfallversicherern hohe Schäden eingereicht haben, müssen mit einer erheblichen Erhöhung der Preise rechnen. Teilweise können diese Preisforderungen durch Abstriche bei den Versicherungsbedingungen reduziert werden – zum Beispiel dadurch, dass die Unternehmen künftig Selbstbehalte in Kauf nehmen. Oder durch geringere, fest vereinbarte Invaliditätsgrade für den Fall, dass ein Mitarbeiter durch einen Unfall eine bleibende Beeinträchtigung (Invalidität) erleidet. Dann werden im Versicherungsfall aber auch geringere Leistungen gezahlt.

Firmen, die in der Vergangenheit wenige Schäden zu verzeichnen hatten, dürfen hingegen damit rechnen, dass die Preise für ihre Unfallversicherungen stabil bleiben.

Bei der Schadenabwicklung sind die Versicherer in den vergangenen Jahren deutlich strenger geworden. Bevor ein Schaden reguliert wird, wird er genauestens geprüft. Auch die Auslegung der Versicherungsbedingungen ist restriktiver geworden.

Markttrends

Die Bedeutung der klassischen Gruppenunfallversicherung steigt sehr stark. Sie wird zu einem unverzichtbaren Baustein für die Absicherung der Mitarbeiter von Unternehmen. Auslöser für diese Entwicklung sind veränderte Arbeitsmodelle wie mobiles Arbeiten und Homeoffice sowie ein Urteil des Bundessozialgerichtes1, das besagt, dass ein Unfall auf dem Weg in die eigene Küche im Homeoffice nicht als Arbeitsunfall angesehen wird – und somit auch keine Leistung durch die Berufsgenossenschaft erfolgt. Eine private (Gruppen-)Unfallversicherung leistet hingegen in solchen Fällen – es sei denn, es wurde ausdrücklich eine Einschränkung des Versicherungsschutzes vereinbart, zum Beispiel dass Versicherungsschutz nur auf Dienstreisen gilt.

Unternehmen schließen vermehrt internationale Versicherungsprogramme ab. Diese bieten Konzernen die Möglichkeit eines einheitlichen Versicherungsschutzes für alle Mitarbeiter weltweit – unter Berücksichtigung der gesetzlichen und lokalen Besonderheiten an den ausländischen Standorten.

Die Entwicklung bei den privaten Unfallversicherern geht in Richtung Kombiprodukte, die zum einen die Erweiterung des Unfallbegriffes sowie zum anderen zusätzliche Versicherungsbausteine, wie zum Beispiel Leistungen bei Krebserkrankung (Dread Disease), Krankenversicherungsbausteine, Auslandsreisekrankenversicherung sowie eine Fülle von Assistance-Leistungen, beinhalten. Das „Rundum-sorglos-Paket“, das es zulässt, durch optionale Ergänzung und Austausch von Versicherungsbausteinen eine bedarfsgerechte Absicherung zu erhalten, gewinnt an Bedeutung.

1 BSG, Urteil vom 05.07.2016, Az. B 2 U 2/15 R

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