Verkehrs­haftung

Die Logistikbranche ist ein wachstumsstarker Wirtschaftszweig. Die Transportleistung aller Verkehrsträger betrug im deutschen Güterverkehr im vergangenen Jahr rund 660 Milliarden Tonnenkilometer. Der größte Anteil entfiel dabei mit über 470 Milliarden Tonnenkilometern auf den Straßenverkehr. Auf Platz zwei folgt der Transport per Schiene, dann die Binnenschifffahrt und Rohrleitungen.1 Die großen Logistikunternehmen und deren Kunden setzen verstärkt auf die Themen Digitalisierung und Logistik 4.0. Dies birgt für alle Marktteilnehmer neue Risiken. Hier ist die Versicherungswirtschaft gefordert, individuelle Lösungen zur Absicherung bereitzustellen.

Marktsituation

Die Logistikunternehmen werden im Jahr 2016 mehr Beiträge als im Vorjahr gezahlt haben. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Im Vergleichszeitraum lagen die Beitragseinnahmen für das Jahr 2016 bei 212,4 Millionen Euro, für das Jahr 2015 bei 206,8 Millionen Euro.

Die Gesamtschadenquote der Verkehrshaftungsversicherung ist im Vergleichszeitraum leicht gesunken. Dies ist insofern bemerkenswert, da die Anzahl der Großschäden (>50.000 Euro) leicht gestiegen ist. Im Jahr 2015 lag die Gesamtschadenquote bei 79,15 Prozent. Im Jahr 2016, nach derzeitigem Entwicklungsstand, bei 77,18 Prozent.

Ausblick

Das zunehmende Outsourcing der Industrie von Tätigkeiten an die Logistikdienstleister birgt enormes Schadenpotenzial – zum Beispiel Bandstillstände, die im Schadenfall auf Minutenbasis abgerechnet werden sollen. Es ist herausfordernd für die Logistiker, hierfür passenden Deckungsschutz von den Versicherern zu erhalten – zumindest zu einem akzeptablen Preis.

Die zunehmende Digitalisierung wird zudem dazu führen, dass die Risiken nicht mehr eindeutig abzugrenzen sind. Logistik 4.0, die Zunahme digitaler Frachtenbörsen sowie Angebote auf Basis von Algorithmen erfordern ein neues, zeitgemäßes Denken von Preis- und Versicherungsbedingungen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass Überschneidungen der Versicherungssparten Verkehrshaftung, Haftpflicht und Cyber zunehmen.

Markttrends

Die Versicherungseinkäufer der Logistikunternehmen müssen zunehmend damit rechnen, dass die Versicherer nicht mehr jedes Risiko in den Büchern haben möchten. Die Versicherer verzichten lieber auf Umsatz und setzen stattdessen darauf, dass die Beiträge, die sie einnehmen, höher sind als die zu erwartenden Schadenkosten.

Besonders Großschadenrisiken werden von den Versicherern gemieden. Sie steigen bei entsprechenden Potenzialen lieber aus. Das bringt die Logistikdienstleister immer häufiger in eine Zwickmühle. Denn diese Entwicklung steht im Konflikt zu den stetig wachsenden Bemühungen der Industrie, eben diese Risiken an die Logistikdienstleister auszulagern.

Bei Risiken, die eine hohe Schadenwahrscheinlichkeit aufweisen, kommt es daher zu einer Verknappung der Versicherungsanbieter und damit zwangsläufig zu deutlich höheren Preisen.

1 Statista, Transportleistung im Güterverkehr in Deutschland im Jahr 2016 nach Verkehrszweigen, 2017

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