Um die Absicherung von Warenkrediten in einem schwierigen Marktumfeld wie dem derzeitigen zu optimieren, biete Aon das Produkt Limit Plus an. Limit Plus ergänze einen bestehenden Kreditversicherungsvertrag und erhöhe damit den Gesamtversicherungsschutz. Der ergänzende Versicherungsschutz von Aon könne sowohl zur Absicherung der Geschäftstätigkeit als auch zur Generierung von zusätzlichem Finanzierungsvolumen genutzt werden. Inhaltlich identisch mit der staatlichen Lösung sei bei Limit Plus das Vergabesystem: Es werde maximal ein Betrag zur Verfügung gestellt, der die Lücke, die zwischen der beantragten und der gewährten Kreditversicherungssumme besteht, schließe. Sollte der Kreditversicherer weniger als 50 Prozent des Antragsbetrages zeichnen, stelle Limit Plus maximal den gleichen Betrag wie der Kreditversicherer zur Verfügung. Dies sehe auch die staatliche Top-Up-Deckung vor. „Vom Staat hätte man sich aber mehr Mut wünschen dürfen. Denn eine Aufstockung dieser Regelung wäre ein sehr gutes Signal gewesen“, so Liebke. Stattdessen sei das vom Staat proklamierte Modell eine Kopie der von Aon seit sieben Jahren praktizierten Originallösung.
Weiterer Vorteil der Aon-Lösung gegenüber der staatlichen: Eine Kreditversicherungsanfrage für einen Warenwert im innerdeutschen Handel von bis zu 200.000 Euro werde ohne zusätzliche Prüfung innerhalb von 24 Stunden garantiert positiv beschieden. Voraussetzung dafür sei – wie auch bei der staatlichen Lösung – dass mindestens die Hälfte der Summe bereits abgedeckt sei. Allerdings gebe der Staat keine Garantie für die zusätzliche Deckung. Den Preis, den potentielle Kunden für ihre zusätzliche Warenkreditversicherung beim Staat zahlen sollen, bezeichnet Liebke als „eher hoch“. Die vom Staat erhobene Prämie belaufe sich auf 2,88 Prozent der Versicherungssumme pro Jahr – zusätzlich einer Prüfungsgebühr. Bei Aon sei diese Prämie durchschnittlich über 50 Prozent günstiger – ohne dass eine zusätzliche Prüfungsgebühr entfalle. Auch die Begrenzung der staatlichen Kreditversicherungszusage auf eine Gesamtsumme von 7,5 Mrd. Euro und eine zeitliche Befristung bis zum 31.12.2010 bewertet der Aon-Chairman kritisch: „Was passiert, wenn das Geld aufgebraucht ist? Was passiert am 1.1.2011? Lässt der Staat den innerdeutschen Handel dann wieder mit seinem Kreditversicherungsproblem allein?“, fragt Liebke.