„Die in Deutschland populären rückstellungsfinanzierten Pensionspläne und Unterstützungskassen bieten ein hohes Maß an Sicherheit für die Pensionsberechtigten. Denn die Trägerunternehmen sind rechtlich verpflichtet, ihre Pensionsleistungen aus diesen Systemen gegen das Risiko der Insolvenz zu versichern", sagt Dr. Marco S. Arteaga, Geschäftsführer von Aon Consulting in Deutschland. Dieses System bewähre sich gerade jetzt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Herausforderungen ergäben sich allerdings für kommende Generationen von Arbeitnehmern, die ihre Altersversorgung ausschließlich oder zu einem großen Teil auf die staatliche Rente stützen wollten. „Aufgrund der Demografieentwicklung werden wir in Deutschland langfristig vor einer großen Probe stehen", so Arteaga. Würde die Grundidee der staatlichen Rente beibehalten, nach der die jüngst getätigten Garantiezusagen nicht vorgesehen seien, müssten die Renten in Deutschland langfristig sinken. Arteaga verweist darauf, dass Deutschland unter elf von Aon untersuchten europäischen Ländern die geringste Zahl von Einwohnern unter 14 Jahren habe. Die meisten Deutschen seien der Altersgruppe der 25- bis 49-jährigen zuzuordnen. „Daraus ergibt sich, dass kommende, bevölkerungsreiche Generationen von Rentnern von einer bevölkerungsarmen Generation von Arbeitnehmern finanziert werden müssen. Das kann nur durch Einschnitte im staatlichen Rentensystem funktionieren", so Arteaga.
Trotz dieser Bedrohung geht aus der Aon-Analyse hervor, dass das deutsche System der betrieblichen Altersversorgung – durch die vorgesehene Flexibilität in schlechten wirtschaftlichen oder demografischen Zeiten – dem vieler anderer Länder überlegen ist. Vor allem das in Deutschland vornehmlich praktizierte Modell der Rückstellungsfinanzierung hat sich in diesen Zeiten bewährt. Unter Druck sind laut Aon-Analyse vor allem Länder mit vorwiegend voll kapitalgedeckten leistungsorientierten Pensionsplänen. Dazu gehören die Niederlande, das Vereinigte Königreich und Irland. Die Unternehmen in diesen Ländern müssen die durch die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise in ihrem Pensionssystem entstandenen Defizite unmittelbar aus dem laufenden Ertrag oder anderen Finanzierungsquellen ausgleichen.
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