Zusammen mit der Sicherheitsberatung Janusian wertete Aon Daten zu terroristischen Anschlägen, Plänen, Verschwörungen und Veröffentlichungen aus, aber auch staatliche Gegenmaßnahmen. Untersucht wurden sowohl die Absicht als auch die Fähigkeit verschiedener Gruppen in unterschiedlichen Ländern, terroristische Anschläge zu verüben.
Ein weiterer Trend in diesem Jahr: es gibt wieder mehr terroristische Vereinigungen mit „traditionellen“, politisch-ideologischen Hintergründen. Frederik C. Köncke, Leiter Aon Crisis Management Deutschland, dazu: „Längst vergessene Gruppen wie der Leuchtende Pfad in Peru oder anarchistische Bewegungen in Griechenland zeigen neue Aktivität. Angesichts der globalen Wirtschaftskrise ist es durchaus denkbar, dass wir uns auf eine neue Generation von Terroristen einstellen müssen, die Ihre ideologischen Wurzeln im Klassenkampf alter Schule sehen. In westlichen Industriestaaten werden extremistische Gruppen der äußeren Linken wie Rechten erstarken, in den USA z.B. könnte in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage ein liberaler Präsident das Erstarken der ultrarechten Milizen bewirken.“
Im zurückliegenden Jahr konnte eine Zunahme linksgerichteter maoistischer Aktivitäten in Indien und Nepal beobachtet werden. Obwohl der schwelende Konflikt im ländlich strukturierten, nordöstlichen Teil von Indien außerhalb des Landes kaum bekannt ist, gehört das Gebiet zu den gefährdetsten Regionen weltweit. Die zurückliegenden landesweiten Wahlen haben dabei zu einem abrupten Anstieg der Anschläge geführt, allein im April 2009 wurden 65 Zwischenfälle mit terroristischem Hintergrund registriert.
Eine etwas ruhigere Lage zeigt die diesjährige Karte für Europa, Nordamerika und Australien. „Natürlich ist die Gefahr eines größeren terroristischen Anschlags in westlichen Industriestaaten nach wie vor gegeben,“ so Köncke. „Aber: in den letzten Jahren kam kein größerer Anschlag zur Ausführung. Obwohl von Zeit zu Zeit Planungen einzelner Terrorzellen aufgeflogen sind, liegen doch längere Zeiträume dazwischen. Das liegt zum einen an der deutlich verbesserten Terrorabwehr der meisten westlichen Staaten, zum anderen an einer Verlagerung des Interesses bei islamisch motivierten Jihadisten. Diese konzentrieren sich derzeit mehr auf Länder wie Pakistan und Somalia, wo sie zu echten Machtfaktoren werden. In westlichen Staaten und auch in einigen Ländern im Mittleren Osten wie z.B. Saudi Arabien, sind die Bedingungen für Terroristen dagegen deutlich schwieriger geworden.“
Köncke weiter: „Unternehmen können die potentiellen Gefahren aus terroristischen Aktivitäten deutlich verringern, indem sie abgestufte Risikomanagement-Pläne installieren. Unsere Experten helfen dabei, die Schwachstellen zu identifizieren und den Gefährdungsgrad für Mitarbeiter und Betriebsanlagen sukzessive nach unten zu fahren. Im Ernstfall helfen spezielle Versicherungslösungen, die materiellen Schäden zu minimieren.“
Die Terrorismus-Weltkarte kann hier nebenstehend als PDF heruntergeladen werden.
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