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Die Digitale Rentenübersicht kommt


Lange war es ruhig um die säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation – die Veröffentlichung der von Aon in Zusammenarbeit mit der Uni Ulm im Auftrag der Bundesregierung durchgeführten Studie zu den konzeptionellen Grundlagen einer umfassenden Renteninformation liegt schon fast anderthalb Jahre zurück. Doch die zuständigen Ministerien (BMAS und BMF) waren in dieser Zeit nicht untätig und es wurde auch im schwierigen Pandemie-Umfeld an diesem wegweisenden Projekt festgehalten – jetzt unter dem griffigeren Namen „Digitale Rentenübersicht“.

Ende Juli wurde schließlich ein Referentenentwurf vorgelegt, der in der ersten Augusthälfte durch viele Verbände und Stakeholder ausführlich kommentiert und mit den Ministerien in einer virtuellen Anhörung diskutiert wurde. Am 26. August befasste sich schließlich das Bundeskabinett mit dem Thema und verabschiedete einen bereits unter Berücksichtigung der Kommentierungen teilweise angepassten Regierungsentwurf.
 
Die eigene Altersvorsorge auf einen Blick
 
Ganz gleich, ob es um die gesetzliche Rente, die betriebliche oder die private Vorsorge geht: Mit wenigen Klicks sollen die Bürger auf ein Portal zugreifen können und dort einen Überblick bekommen, wie es um ihre Vorsorge für das Alter bestellt ist. Das Portal soll unter dem Dach der Deutschen Rentenversicherung mit der Schaffung einer Zentralstelle für die Digitale Rentenübersicht (ZfDR) realisiert werden. Zunächst sollen verpflichtend diejenigen Vorsorgeeinrichtungen angebunden werden, die bereits regelmäßig qua Gesetz mittels jährlicher Standmitteilungen zur Altersvorsorge informieren. Das sind neben der gesetzlichen Rentenversicherung und den Lebensversicherern vor allem große Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung in den Durchführungswegen Pensionskasse und Pensionsfonds. 

Weitere Vorsorgeeinrichtungen wie die Träger der Beamtenversorgung, die berufsständischen Versorgungswerke und vor allem auch große Träger von Direktzusagen oder Unterstützungskassen können sich entsprechend ihrer eigenen Gegebenheiten und in ihrem eigenen Tempo freiwillig an die Digitale Rentenübersicht anschließen. Dies muss auch nicht zwangsläufig komplette Bestände umfassen, sondern kann ggf. auch nur für Teilbestände erfolgen, für die eine entsprechende Datenanbindung und Datenlieferung mit angemessenem Aufwand leistbar ist.
 
Die nächsten Schritte
 
Der vorliegende Gesetzesentwurf soll im Herbst dieses Jahres im Bundestag beraten und noch vor dem Jahresende verabschiedet werden. Nach Inkrafttreten des Gesetzes bleiben der ZfDR und einem noch zu konstituierenden Steuerungsgremium aus Vertretern aller Säulen der Altersvorsorge dann 21 Monate, um die ersten Weichen zu stellen und die nötige technische Infrastruktur auf die Beine zu stellen. Im Herbst 2022 würde damit der erste Startschuss für eine 12-monatige Pilotphase auf rein freiwilliger Basis fallen.
 
Nach der Pilotphase und der Evaluierung und Berücksichtigung der daraus gewonnenen Erkenntnisse wird die Digitale Rentenübersicht dann in den Regelbetrieb übergeben – voraussichtlich ab dem Herbst 2023.
 
Für weitere Informationen zum Thema Digitale Rentenübersicht stehen Ihnen Gundula Dietrich (gundula.dietrich@aon.com) und Dr. André Geilenkothen (andre.geilenkothen@aon.com) zur Verfügung.

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