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Den wegfallenden Solidaritätszuschlag als Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung nutzen


In den letzten Monaten sind viele Themen aufgrund der Corona-Pandemie in den Hintergrund getreten. Hierzu gehört auch, dass für einen Großteil der Steuerzahler eine vor 25 Jahren eingeführte Ergänzungsabgabe bald der Vergangenheit angehört.

Im November 2019 beschloss der Bundestag, den im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung im Jahr 1991 ursprünglich für ein Jahr befristet eingeführten und seit 1995 dann unbefristeten Solidaritätszuschlag schrittweise zurückzuführen, zunächst vor allem für die Bezieher von kleinen und mittleren Einkommen. Ab dem Jahr 2021 steigt hierzu die Freigrenze für die Einkommensteuer, auf die kein Solidaritätszuschlag fällig wird, von derzeit 972 Euro auf 16.956 Euro (bei Zusammenveranlagung auf 33.912 Euro). Das bewirkt, dass Arbeitnehmer mit einem Bruttojahresverdienst bis ca. 73.000 Euro (Verheiratete 146.000 Euro) künftig mehrere hundert Euro weniger an Abgaben zahlen müssen.
 
Aufbau einer zusätzlichen betrieblichen Altersversorgung ohne Einkommenseinbußen
 
Wie Untersuchungen immer wieder zeigen, haben viele Bürger nicht ausreichend für das Alter und den Fall der Invalidität vorgesorgt. Mit dem Wegfall des Solidaritätszuschlags ist der Zeitpunkt, daran etwas zu ändern, nun besonders günstig. Da der ursprünglich für die finanziellen Lasten der deutschen Einheit gedachte Zuschlag auf die Einkommensteuer zur Dauerabgabe geworden war und damit in den Ausgabenplanungen eines Privathaushalts keine Berücksichtigung fand, können Steuerzahler künftig in gleicher Höhe in ihre Vorsorge investieren, ohne dafür den Gürtel enger schnallen zu müssen. Hierbei ist die Umwandlung von Entgelt in betriebliche Altersversorgungsleistungen besonders vorteilhaft. Durch die Ersparnis von Steuer- und Sozialabgaben lässt sich bei gleichem Nettoaufwand ein im Vergleich zum Solidaritätszuschlag deutlich höherer Betrag aus dem Bruttogehalt in die Versorgung einbringen.
 
Als Arbeitgeber attraktive Rahmenbedingungen schaffen
 
Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern hierbei attraktive betriebliche Versorgungslösungen anbieten, z. B. über einen Gruppenvertrag zur Direktversicherung mit günstigen Sonderkonditionen. Dabei muss nicht nur die Altersleistung im Fokus stehen. Die Solidaritätszuschlagsersparnis kann auch zur Absicherung des Einkommens für den Fall der Berufsunfähigkeit genutzt werden, wo die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung ebenfalls nur unzureichend sind und häufig auch noch nicht in angemessener Höhe durch private Absicherungsmaßnahmen ergänzt wurden.
 
Den Wegfall des Solidaritätszuschlags können Arbeitgeber also nutzen, um ihre Mitarbeiter bei dem Aufbau einer zusätzlichen Rente oder der Invaliditätsabsicherung im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung zu unterstützen:
 
  • durch den Brutto-Netto-Effekt, der bei gleichem Aufwand höhere Absicherungen ermöglicht
  • durch eine vereinfachte Gesundheitsprüfung, die eine Versicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos auch bei Vorerkrankungen möglich macht und vor Beitragszuschlägen, Risikoausschlüssen und Ablehnungen schützt
  • durch Beitragszuschüsse über das gesetzliche Mindestmaß hinaus als zusätzlichen Anreiz (bei Beziehern niedrigerer Einkommen ggf. unter Nutzung der Förderung nach § 100 EStG, siehe letzte Ausgabe dieses Newsletters)

Gerne erarbeiten wir mit Ihnen eine geeignete Lösung für Ihre Mitarbeiter, um aus dem Solidaritätszuschlag von heute für die Zukunft einen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung zu machen.
 
Weitere Informationen:
Stefan Hillen, stefan.hillen@aon.com
Thomas Wiener, thomas.wiener@aon.com

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