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Bewertungsannahmen im Jahresabschluss 31. Dezember 2018


An den Renditen sog. hochwertiger Unternehmensanleihen in der Eurozone hat sich im Jahr 2018 nur wenig verändert – immer noch sind die Leitzinssätze der EZB auf niedrigem Niveau und eine Entspannung ist aufgrund struktureller Probleme der Eurozone auch für 2019 wohl nicht in Sicht. Die Ankündigung einer Beschränkung der Anleihenkäufe durch die EZB hatte nur moderate Auswirkungen auf das Niedrigzinsumfeld. Dementsprechend hatten sich zum Jahresabschluss 31. Dezember 2018 für die Bewertung nach IFRS/IAS 19 und US-GAAP Zinssätze ergeben, die mit ca. 10 Basispunkten nur unwesentlich über den zum 31.Dezember 2017 empfohlenen Zinssätzen lagen. Konkret ergab sich nach der Aon Eurozone Yield Curve Methode für typische Rentenzusagen zum 31. Dezember 2018 eine Zinsbandbreite von 1,7 % (Rentnerbestand) bis 2,2 % (Anwärterbestand), das sind jeweils 0,1 % über dem Vorjahresniveau. Eine Auswertung von rund 50 mittelständischen und großen Unternehmen hat ergeben, dass im Jahresabschluss 31. Dezember 2018 nach IFRS oder US-GAAP tatsächlich Zinssätze im Bereich von 1,6 % bis 2,4 % angesetzt wurden, der Mittelwert beträgt 1,9 %.

Aufgrund der 10-jährigen Durchschnittsbildung hat sich für die Bewertung nach HGB ein Zinssatz von 3,21 % für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen ergeben (bei der üblicherweise unterstellten Restlaufzeit von 15 Jahren), das sind 47 Basispunkte unter dem Vorjahresniveau. Durch das Absinken des Zinssatzes ergab sich zum 31. Dezember 2018 für typische Rentenzusagen eine Erhöhung des Verpflichtungsumfangs von 5 % bis 12 %. Geht man von einem gleichbleibenden Zinsniveau aus, so wird sich auch der HGB-Abzinsungssatz bis zum 31. Dezember 2022 voraussichtlich auf 2,04 % reduzieren, was zu weiteren nicht unerheblichen Belastungen für die bilanzierenden Unternehmen führen wird.

Effekte der neuen Heubeck-Richttafeln 2018 G

Dem Jahresabschluss 31. Dezember 2018 lagen in der Regel die neuen Heubeck-Richttafeln 2018 G zugrunde, welche die Richttafeln 2005 G abgelöst haben. Nach einer Verlautbarung der Heubeck AG vom 04. Oktober 2018 war man bei Pensionsverpflichtungen von einem umstellungsbedingten Effekt auf den Verpflichtungsumfang in Höhe von 0,5 % bis 1,2 % in der Steuerbilanz bzw. 1,0 % bis 2,0 % nach HGB oder IFRS ausgegangen. Bei klassischen Rentenzusagen konnten wir tatsächlich auch Effekte in dieser Größenordnung verzeichnen, bei abweichenden Zusagegestaltungen (z.B. mit Kapitalzahlung) oder bei der Bewertung anderer Verpflichtungsarten (z.B. Jubiläum) kam es teilweise sogar zu Auflösungen.

Bei den übrigen Bewertungsannahmen (Gehalts- und Rentendynamik, Bewertungsendalter, Fluktuation) war nur wenig Veränderung gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. So ist der im Mittel bei rund 50 Unternehmen angesetzte Gehalts- und Rententrend gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Christian Rasch (christian.rasch@aon.com )

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