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Kosten in Rentenversicherungsprodukten für die betriebliche Altersversorgung – transparent und vergleichbar?

 
Von Journalisten und Verbraucherschützern wurde immer wieder auf die  Kostenintransparenz in Altersvorsorgeprodukten hingewiesen. Der Gesetzgeber reagierte darauf und führte mit dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) im Jahr 2015 einen verpflichtenden Kostenausweis ein. Doch sind die Kosten damit tatsächlich transparent und vergleichbar geworden?

In einer umfangreichen Untersuchung hat Aon die Produktinformationsblätter zu gängigen Direktversicherungsprodukten hinsichtlich ihrer Kostentransparenz und
-vergleichbarkeit analysiert. Auffällig ist, dass die Kostendarstellungen bei jedem Versicherer anders aussehen. Der Gesetzgeber macht hinsichtlich der Kundeninformation zwar inhaltliche Vorgaben, aber keine bezüglich der Darstellungsweise. Ein solcher Standard, wie es ihn seit dem Jahr 2017 für Riester- und Basisrenten-Verträge gibt, fehlt für die übrigen Formen privater und betrieblicher Altersversorgung.
 
Maßnahmen des Gesetzgebers bringen Kostentransparenz, aber keine Vergleichbarkeit
 
Die Kosten, die Versicherer in ihre Produkte einkalkulieren, lassen sich aus den Angaben in den Produktinformationsblättern gut erkennen. Insofern ist Kostentransparenz gegeben. Wie hoch aber die tatsächliche Kostenbelastung im konkreten Fall ist, lässt sich nur schwer greifen, da häufig ein Teil der laufenden Kosten abhängig von einer Bezugsgröße ist, deren Verlauf veränderlich und in der Höhe nicht bekannt ist. Die Vielfalt an Kostenmodellen bringt es mit sich, dass es selbst bei einem standardisierten Ansatz keine exakte Vergleichbarkeit im Vorwege geben kann. Beispiele aus dem Bereich der Basis- und Riesterrenten-Versicherungen zeigen zudem, dass selbst bei einer Standardisierung teilweise überraschende und nicht immer schlüssige Ergebnisse entstehen.
 
Effektivkostenquote bietet Anhaltspunkt für Kostenintensität eines Produkts
 
In den Produktinformationsblättern sind von den Versicherern auch die Effektivkostenquoten anzugeben. Deren Ermittlung beruht zwar ebenfalls nicht auf einer einheitlichen Methode, sie können aber trotzdem einen tendenziellen Hinweis darauf geben, welche Produkte mehr oder weniger kostenintensiv sind. Bei einem Kostenvergleich ist immer auch zu bedenken, dass höhere Kosten durchaus gerechtfertigt sein können, wenn ein dynamisches Garantie- und Kapitalanlagekonzept die Renditechancen verbessert. Nicht zwangsläufig bieten die geringsten Gesamtkosten auch die beste Renditeerwartung.
 
Bei der Entscheidung für ein versicherungsförmiges bAV-Produkt sollten das Produktkonzept und dessen Eignung für die vom Kunden angestrebte Versorgung im Vordergrund stehen. Wenn sich mehrere Produkte in gleicher Weise als geeignet zeigen, kann es hilfreich sein, auch Kostenaspekte in die Entscheidungsfindung einzubinden. Insbesondere ein Vergleich der Effektivkostenquoten bietet sich hierbei trotz der geschilderten Einschränkungen an. Mit den Erkenntnissen aus unserer Untersuchung können wir unseren Kunden bei der Bewertung der Kostenseite wertvolle Unterstützung geben.
 
Weitere Informationen erhalten Sie Stefan Hillen (stefan.hillen@aon.com) und Thomas Wiener (thomas.wiener@aon.com).

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