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Säulenübergreifende Renteninformation: Aktueller Stand und Ausblick 


Am 2. April 2019 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (in Kooperation mit dem Bundesministerium der Finanzen) die von Aon zusammen mit Herrn Prof. Zwiesler von der Universität Ulm erstellte Studie „Konzeptionelle Grundlagen für eine säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation“ veröffentlicht. Damit ist ein wichtiger Schritt hin zu einem besseren Überblick über die Altersleistungen bei Rentenbeginn getan!

Mittlerweile wurde die Studie im Rahmen diverser Veranstaltungen und Fachartikel vorgestellt und diskutiert. Der Mehrwert einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation ist unbestritten.



Bereits das Sammeln aller heute verfügbaren Informationen aus den drei Säulen der Altersvorsorge würde für die Bürgerinnen und Bürger einen Nutzen darstellen. Das Filtern der Information im Hinblick auf die wesentlichen Daten, die für eine Einschätzung des zu Rentenbeginn verfügbaren Einkommens erforderlich sind sowie das Aggregieren zu einem Gesamtüberblick sind die weiteren Meilensteine auf dem Weg zu einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation. 

Das Fazit der Studie

Die Umsetzung der säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation ist machbar! Damit gehen die Diskussionen immer stärker hin zu Überlegungen der praktischen Umsetzung. Dabei stellt sich u.a. die Frage, ob die Datenbereitstellung seitens der Vorsorgeeinrichtungen freiwillig ist oder verpflichtend erfolgen soll. Die Studie empfiehlt in diesem Zusammenhang letztendlich die verpflichtende Teilnahme, allerdings verbunden mit großzügigen Übergangslösungen. So sehen bspw. die Versorgungsträger im Bereich der betrieblichen Altersversorgung besondere Herausforderungen bei unverfallbaren Zusagen der Vergangenheit, für die oftmals keine elektronischen Daten oder aktuelle Angaben zu den Versorgungsberechtigten vorliegen. Hier wird auch auf die Verhältnismäßigkeit des Aufwands abzustellen sein, der für diese Versorgungen betrieben werden muss, um Daten für die säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation bereitzustellen. Auch wenn eine Vollständigkeit der Altersleistungen in jedem Fall anzustreben wäre, muss das Ziel der Kosteneffizienz ebenfalls beachtet werden. Zudem sieht die Studie auch eine Pilotphase vor, an der die Vorsorgeeinrichtungen zunächst auf freiwilliger Basis teilnehmen, so dass verschiedene Themenfelder in der praktischen Umsetzung näher analysiert werden können.

Ein weiterer Diskussionspunkt betrifft die Datenmeldung an die Plattform. Die Empfehlung geht dahin, den Aufwand für die Datenmeldung so gering wie möglich zu halten und die Daten aus bestehenden Standmitteilungen zu entnehmen. Hinsichtlich der quantitativen Angaben soll es – zumindest zunächst – keine (zusätzlichen) standardisierten Vorgaben für die Berechnung geben, sondern es sollen ebenfalls die bestehenden Modelle der Vorsorgeeinrichtungen genutzt werden. Nur so kann der immensen Bandbreite an Gestaltungsformen und Einflussgrößen in der Altersvorsorge sinnvoll Rechnung getragen werden.

Die Ermittlung eines aggregierten Wertes in Form einer geschätzten lebenslangen Monatsrente in heutiger Kaufkraft sollte hingegen von der Plattform vorgenommen werden. Die für die Berechnung erforderlichen Verrentungs- und Abschlagsfaktoren sind unabhängig von der Vorsorgeeinrichtung. Diese Aggregation kann allerdings erst in einer späteren Phase der säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation sinnvoll umgesetzt werden, da hierfür eine ausreichende Datenbasis erforderlich ist, die bereits einen Großteil der Altersleistungen aller drei Säulen der Altersvorsorge umfassen sollte.

Auch in der derzeit ungewissen politischen Situation heißt die Devise letztendlich: Starten, nicht warten! 

Für einen Austausch zu der Studie stehen Ihnen Gundula Dietrich und Dr. André Geilenkothen gerne zur Verfügung.
 

Weitere Informationen zur Studie
 

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