Germany
Aon > Human Resources Aon HR Newsflash 2019 > Ausgabe 4

 

Säulenübergreifende Renteninformation: Wie geht es weiter?


Im Frühjahr wurde die gemeinsam von Aon und der Universität Ulm im Auftrag des BMAS erstellte Studie „Konzeptionelle Grundlagen einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation“ veröffentlicht.
 
Darin haben wir Wege aufgezeigt, wie eine säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation in Deutschland gestaltet und aufgebaut werden kann. Beginnend zunächst mit der Deutschen Rentenversicherung, den großen Lebens­versicherern und einigen maßgeblichen Versorgungsträgern der bAV kann eine zentrale Info-Plattform schrittweise ausgebaut werden und nach und nach immer größere Teile der deutschen Versorgungslandschaft abbilden. Damit hilft eine solche Plattform den Bürgern, die relevanten Informationen zu Ihrer Altersversorgung zu sammeln, zu filtern und letztlich auch zu einer Gesamtschau zu aggregieren.

 
Das Fazit der Studie:
 
  • Die säulenübergreifende Renteninfo ist machbar, der Bedarf der Bürger und die Unterstützung der wesentlichen Versorgungsträger dafür ist vorhanden.
  • Eine Pilotierung einer solchen Plattform kann und muss zeitnah beginnen.
  • Und schon die ersten Schritte auf dem Weg zu einer möglichst breiten Abdeckung der deutschen Versorgungslandschaft werden spürbaren Nutzen für viele Bürger bringen.
 
Was ist nun seit dem Frühjahr geschehen?
 
Die beteiligten Ministerien (BMAS und BMF) haben sich nach der Veröffentlichung der Studie intensiv mit den Über­legungen zur Umsetzung beschäftigt. Ende Oktober fand in Berlin ein Fachdialog statt, bei dem Ministerium­svertreter den aktuellen Stand der Erwägungen mit Vertretern der verschiedenen Spielarten der Altersversorgung in Deutschland diskutierten.
 
Die derzeitigen Überlegungen der Ministerien folgen im Wesentlichen den Empfehlungen unserer Studie (und damit auch einem breiten Konsens unter vielen Vorsorgeeinrichtungen). So soll die Renteninfo beispielsweise auf vorhandenen Daten und Standmitteilungen aufsetzen und diese sammeln und zeigen. Neue Berechnungs­anforderung für die Vorsorgeeinrichtungen sind nicht geplant. Die Zulieferung von Daten zur säulenübergreifende Renteninfo soll mittelfristig für alle diejenigen Vorsorgeeinrichtungen verpflichtend sein, die bereits heute verpflichtend jährliche Standmitteilungen bereitstellen. In der zweiten Säule bedeutet dies, dass die Einbindung von Direktzusagen und Unterstützungskassenleistungen bis auf Weiteres nur auf freiwilliger Basis erfolgen wird.
 
Hinsichtlich der Organisationsstruktur der Renteninfo präferieren die Ministerien aus Zeit- und Effizienzgründen derzeit die Beleihung einer bestehenden Organisation mit entsprechenden Aufgaben. Denkbar wäre z.B., diese Aufgaben bei der Deutschen Rentenversicherung (analog zur ZfA oder ZfP) anzusiedeln. Erklärtes Ziel ist dabei eine schlanke Organisation und eine starke Einbindung von Vertretern aller Spielarten der Altersversorgung unter Bundesaufsicht.
 
Offen sind derzeit noch Fragen rund um das zentrale Identifikationskennzeichen zur Zuordnung von Rentenansprüchen zum jeweiligen Bürger. Die Ministerien streben allerdings für die nächsten Monate bis zum Frühjahr einen Gesetzesentwurf an, um die Renteninfo auf den Weg zu bringen.
 
Parallel dazu arbeiten verschiedene Vorsorgeeinrichtungen und ihre Interessensverbände auch an den ganz praktischen Fragen der Umsetzung einer Renteninfo:
 
  • Wie könnte der Altersversorgungsüberblick gestaltet werden, wie sieht die Plattform, also das „Front-End“ für den Bürger konkret aus?
  • Wie kann eine Renteninfo und der nötige Datenaustausch dafür technisch gestaltet werden? Wie müssten Schnittstellen und Datensatzformate gestaltet werden?
Der Wille zur Umsetzung einer säulenübergreifenden Renteninfo ist überall spürbar, so dass in 2020 wesentliche Schritte gemacht werden können.
 
Bei Fragen zu diesem Thema sprechen Sie uns gerne an: Für einen Austausch zu der Studie stehen Ihnen Gundula Dietrich und Dr. André Geilenkothen gerne zur Verfügung.



Zurück zur Übersicht

 

Folgen Sie uns