Unterstützung Ihrer Belegschaft in finanziellen Fragen – ja oder nein?

Die finanziellen Folgen von Covid-19 sind bislang noch nicht abzusehen, doch die unmittelbaren Folgen wie Beurlaubung oder Kurzarbeit mit reduziertem Gehalt rücken Themen wie Arbeitsplatzunsicherheit und finanzielles Wohlergehen in den Fokus. Schon vor der Pandemie waren Arbeitgeber zunehmend interessiert, Mitarbeiter bei ihrem finanziellen Wohlbefinden zu unterstützen und jetzt gibt es eine neue unerwartete Ursache finanzieller Belastung. Eine grundlegende finanzielle Beratung und Schulung kann Beschäftigte durch schwierige Zeiten helfen. Doch was können Arbeitgeber sonst noch tun, um eine finanziell widerstandsfähige Belegschaft zu schaffen?

Neubewertung unseres Verhältnisses zum Geld

Bei der Lösung finanzieller Probleme müssen die Menschen häufig einer unbequemen Wahrheit ins Gesicht sehen: ihrer Einstellung zum Geld und wie sie es verwenden. Dies kann eine Änderung langjähriger Denk- und Verhaltensweisen erfordern, was vielen Menschen nicht leicht fällt.

Debbie Falvey, head of defined contributions pensions, Health & Benefits EMEA bei Aon, meint, dass es äußerst schwierig sein kann, unser Verhältnis zum Geld und unsere Gewohnheiten zu ändern:

„Unsere Beziehung zum Geld ist tief verwurzelt und die Probleme sind häufig selbsterhaltend. Die größte Wirkung wird anhand grundlegender Prinzipien der Finanzplanung erzielt, die in verständlicher Form erklärt werden und leicht umzusetzen sind.“

Für einen nachhaltigen Umgang mit Geld empfiehlt Aon die folgenden acht Regeln:

  • Übernimm die Kontrolle
  • Gib weniger aus, als du verdienst
  • Verstehe, wie Zinseszinsen und Inflation funktionieren
  • Verstehe die verschiedenen Arten von Schulden
  • Investiere in das, was du verstehst, und erstelle einen klaren Plan
  • Schütze die, die dir am nächsten stehen
  • Verstehe Steuern
  • Verstehe die Zusatzleistungen deines Arbeitgebers

Übernimm die Kontrolle und gib weniger aus, als du verdienst

Immer weniger Menschen haben finanzielle Rücklagen für unerwartete Ereignisse. Die Reaktionen auf die Covid-19-Pandemie haben gezeigt, dass viele nicht auf den plötzlichen Einkommensverlust vorbereitet waren. Und obwohl kurzfristige Panikkäufe an der Tagesordnung waren, wurde schnell klar, dass weite Teile der Bevölkerung auf Unterstützung seitens der Regierung und ihres Arbeitgebers angewiesen sind.

Die Empfehlung lautet, dass man das Drei- bis Sechsfache seiner monatlichen Ausgaben als Rücklage für schlechte Zeiten haben sollte, doch für die meisten Menschen ist es schwierig, dies umzusetzen.

Natürlich gibt es Unterschiede, aber beispielweise in Großbritannien haben 15 % der Bevölkerung überhaupt keine Ersparnisse und ein Viertel der Bevölkerung würde nicht einmal einen Monat lang ohne Lohn über die Runden kommen.

Das Problem ist weit verbreitet, denn in nur drei Ländern, nämlich Luxemburg, Schweden und Deutschland, spart die Bevölkerung im Durchschnitt die empfohlenen 15 bis 20 % ihres Einkommens.

Laut Debbie Falvey sind die Spartrends weltweit in etwa ähnlich:

„Fast alle Länder haben dasselbe grundsätzliche Problem mit der persönlichen finanziellen Situation: Schulden und kaum Rücklagen. An erster Stelle müssen Menschen in der Lage sein, mit einer finanziellen Notlage fertigzuwerden. Die aktuelle Realität ist jedoch, dass die Beschäftigten davon abhängig sind, dass im Fall der Fälle ihr Arbeitgeber die richtigen Vorkehrungen getroffen hat. 

Debbie Falvey, head of defined contribution pensions, health & benefits, EMEA bei Aon

 

Verstehe, wie Zinseszinsen und Inflation funktionieren, und welche verschiedenen Arten von Schulden es gibt

Es gibt zahlreiche Faktoren, die zu einer unsicheren finanziellen Situation beitragen können.

Neununddreißig Prozent der Millenials sagen, dass sie aufgrund des Drucks von Gleichaltrigen zu viel Geld ausgeben. Wenn Freunde beispielsweise ein höheres Gehalt beziehen, sind manche Menschen verunsichert und fühlen sich gezwungen, mit den anderen mitzuhalten.

Zu hohe Ausgaben – angestachelt durch eine Kultur, in der Kredite leicht zu bekommen sind – können zu unbeabsichtigten, aber signifikanten Folgen wie beispielsweise Insolvenz führen. Neue Technologien haben den Zugang zu Krediten zudem noch einfacher gemacht. Darlehens- und Kreditanträge können schnell und bequem über mobile Geräte gestellt werden und obwohl Banken digitale Sparlösungen anbieten, ist ein Kredit schlichtweg die einfachere Option, wenn die Lust zum Sparen fehlt.

Debbie Falvey glaubt, dass diese Verhaltensweisen in hohem Maße durch die modernen Verbrauchermärkte entstanden sind:

„Wir haben eine zunehmend distanzierte Beziehung zu unserem Geld – sei es durch das „1-Click-Shopping“, leicht erhältliche Kredite oder kontaktloses Bezahlen kleinerer Beträge. Auf diese Weise haben wir die Kontrolle über unsere persönlichen Finanzen verloren und es kann große Anstrengung erfordern, die Lücke zwischen dem so leicht Erreichbaren und der finanziellen Realität zu schließen.“

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der Millenials sagen, dass sie aufgrund des Drucks von Gleichaltrigen zu viel Geld ausgeben.

Heutzutage ist das Einkaufen sehr viel einfacher geworden. Durch die Verknüpfung von Bankkonten und Apps, ergänzt durch 1-Click-Transaktionen und einen kostenlosen Lieferservice, haben Unternehmen den Weg zu einer schnellen Kaufentscheidung geebnet, den Konsum vereinfacht und der physischen „Greifbarkeit“ von Bargeldzahlungen ein Ende bereitet. Die durch Online-Shopping erzeugte sofortige Befriedigung hat zu einer „Das-muss-ich-sofort-haben“-Haltung geführt, die das durch Marketingmethoden noch verstärkte Gefühl erzeugt, einen Anspruch auf nicht erforderliche Luxusgüter zu haben.

Im Mittelpunkt eines Einstellungswandels muss die Erkenntnis stehen, dass das, was heute für den Einzelnen wichtig ist, direkte Auswirkungen auf das haben kann, was morgen wichtig sein wird.Wer die Verbindung zwischen diesen beiden Aspekten begriffen hat, kann bessere Entscheidungen treffen. Um eine Verhaltensänderung zu bewirken, ist es zunächst einmal wichtig, den Unterschied zwischen guten und schlechten Schulden und die wahren Kosten einer Kreditkarte zu verstehen.

Investiere in das, was du verstehst, und erstelle einen Plan

Wenn es um Ersparnisse geht, ist die 50/30/20-Regel nicht für jedermann eine Option. Die Lebenshaltungskosten können schnell mehr als 50% des Einkommens ausmachen, und das Defizit wird größer.

40 % Prozent aller Europäer sparen nicht für die Zukunft; in ärmeren Ländern sind es sogar 60 %. Für diejenigen, die sparen können, gibt es einige nützliche Faustregeln, um mittel- bis langfristige Rücklagen zu bilden, realistische Ziele zu stecken und die Gegenwart mit der Zukunft in Einklang zu bringen.

Urlaub, Freizeit, Unterhaltung

Wozu ist das Leben gut, wenn ich keinen Spaß haben kann? Das stimmt. Doch was ist, wenn der Spaß mit einem Kredit bezahlt wurde und ich deshalb später in Schwierigkeiten gerate? Vorfreude – die bekanntlich die schönste Freude ist – kann auf kurze Sicht das Glücksgefühl steigern, so dass Sparen eine positive Wirkung auf die Psyche hat. Es ist also besser, für einen Urlaub oder einen Luxusartikel zu sparen, anstatt ihn auf Kredit zu kaufen.

Ruhestand

Leistungsorientierte Pensionspläne stellen einen immer geringeren Teil des Rentenmixes dar und der Mindestbeitrag des Arbeitgebers zu den heutigen Betriebsrenten ist nicht ausreichend. Der Wert des britischen Rentendefizits übersteigt den der Gesamtwirtschaft, während andere europäische Länder überhaupt keine Rücklagen für künftige Rentenverpflichtungen haben.

Um sich für die Zukunft abzusichern, müssen Beschäftigte ihre Haltung drastisch ändern und auf langfristiges Sparen hinarbeiten. Den späteren Lebensstil der Babyboomer werden sich die Millenials und die Generation Z nicht leisten können.

So wie es derzeit aussieht, werden viele trotz persönlicher Ersparnisse und gesetzlicher Rente nach der Pensionierung mit weniger als dem Mindestlohn auskommen müssen. Zudem wird es infolge weiterer Anhebungen des Rentenalters möglicherweise Zeiten geben, in denen sich bei einer wachsenden Zahl von Menschen das finanzielle und körperliche Wohlergehen nur noch zum Teil in Einklang bringen lassen, da sie trotz Rentenalters weiterarbeiten müssen.

Schütze die, die dir am nächsten stehen; verstehe die Zusatzleistungen deines Arbeitgebers

Obwohl zahlreiche Arbeitgeber ausgezeichnete Zusatzleistungen bieten, nehmen viele Beschäftigte diese Angebote erst viel zu spät wahr. Eventuell kennen sie die Angebote nicht oder glauben, dass sie erst später im Leben darüber nachdenken müssen. Eine solche Haltung kann dazu führen, dass sie sich ihren Ruhestand nicht leisten können. Für ein ausreichendes Renteneinkommen wird Durchschnittsverdienern empfohlen, rund 15 % ihres Nettoeinkommens auf die Seite zu legen.

Viele Arbeitgeber bieten ausgezeichnete Zusatzleistungen an, die Beschäftigten und ihren Familien Schutz im Fall von Krankheit, Tod oder Krankenhauskosten gewähren. Aber nicht alle Beschäftigten erkennen die Vorteile und die finanzielle Sicherheit, die durch diese Leistungen entstehen und durch Geldsorgen bedingten Stress verringern können. Die Bedeutung und Wertschätzung dieser Leistungen kann erhöht werden, wenn sie anhand von lebensnahen Beispielen erklärt werden.

Für ein ausreichendes Renteneinkommen wird Durchschnittsverdienern empfohlen, rund

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ihres Nettoeinkommens auf die Seite zu legen

Aon ist ein hervorragender Partner, um Arbeitgeber bei der Verbesserung der finanziellen Belastbarkeit ihrer Belegschaft zu unterstützen. Well One – Aons Plattform für finanzielles Wohlergehen und Gesundheit, ist ein leicht zugängliches, einfach zu bedienendes Portal, das Menschen zahlreiche Werkzeuge an die Hand gibt, um Änderungen in ihrem Finanzmanagement vornehmen zu können. Die Informationen, Ressourcen und Software, die es zur Verfügung stellt, ermöglichen es, die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu übernehmen. Gleichzeitig hilft dem Arbeitgeber zu verstehen, wie sich die Gewohnheiten der Mitarbeiter auf ihr emotionales Wohlbefinden auswirken.

Debbie Falvey glaubt, dass Arbeitgeber die Chance ergreifen sollten, das Wohlbefinden ihrer Belegschaft zu verbessern und größere Sicherheit für die unternehmerische Zukunft zu schaffen.

„Es gibt keinen Grund, warum ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern keine Ratschläge geben sollte. In Großbritannien beispielsweise gibt es eindeutige, gesetzlich geregelte Unterschiede zwischen Finanzberatung und Finanzempfehlung. Es gibt Schulungen und entsprechende Hilfsmittel für Beschäftigte, die einen enormen Unterschied ausmachen können.

Den Beschäftigten nicht hierbei zu unterstützen, birgt ein viel größeres Risiko für Unternehmen, als die Dynamik der Belegschaftsabhängigkeit fortzusetzen.“

Finanzielles Wohlergehen hängt jedoch von beiden Seiten ab und erfordert die Bereitschaft der Beschäftigten, ihre aktuelle und zukünftige finanzielle Situation in den Griff zu bekommen. Es beginnt damit, dass jeder Einzelne seine gegenwärtige finanzielle Situation versteht und die Optionen zur Schaffung einer sicheren Zukunft prüft. Debbie Falvey meint hierzu, dass Beschäftigte mehr Verantwortung übernehmen müssen:

„Die Beschäftigten müssen mehr persönliche Verantwortung für ihre Finanzen übernehmen, um den Verlust ihres finanziellen Wohlergehens sowie Stress, psychische und physische Erkrankungen zu vermeiden.“

Wandel ist oft die einzige Gewissheit, doch unsere Unterstützung ist garantiert.

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