PRESSEMITTEILUNG
Aon-Bericht zu Versicherbarkeit von Cyber-Bußgeldern
Strafzahlungen im Cyber-Bereich entwickeln sich zu zentralem Risiko für Unternehmen
Hamburg, 9. April 2026 – Aon, ein weltweit führendes Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen, hat gemeinsam mit der internationalen Wirtschaftskanzlei A&O Shearman den Bericht „The Insurability of Cyber Fines“ veröffentlicht. Dieser analysiert, wie sich weltweit das Risiko von Cyber Bußgeldern durch ein stark wachsendes und zunehmend fragmentiertes regulatorisches Umfeld entwickelt – und inwieweit diese Bußgelder versicherbar sind.
Der Bericht zeigt, dass insbesondere Unternehmen mit Aktivitäten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) einem wachsenden Risiko cyberbezogener Geldbußen und Sanktionen ausgesetzt sind. Gleichzeitig bleibt die Versicherbarkeit solcher Bußgelder unsicher und abhängig von der jeweiligen lokalen Rechtsordnung. Der Bericht hebt hervor, dass nicht monetäre Sanktionen – Anordnungen zur Aussetzung von Geschäftsaktivitäten, verpflichtende Audits oder Lizenzentzüge – für Unternehmen ebenso disruptiv sein können wie finanzielle Bußgelder. Gleichzeitig steigt die persönliche Verantwortung von Vorständen und Geschäftsleitungen durch neue regulatorische Vorgaben deutlich an.
Philipp Seebohm, Executive Director Specialties bei Aon Deutschland, erklärt: „Das regulatorische Umfeld im Bereich Cyberrisiken entwickelt sich rasant weiter. Aufsichtsbehörden verfolgen heute einen deutlich aktiveren Ansatz, daher müssen Führungskräfte verstehen, wie Bußgelder und Sanktionen in den einzelnen Jurisdiktionen behandelt werden, und sicherstellen, dass ihre Governance-, Reporting- und Compliance-Strukturen einer intensiven regulatorischen Prüfung standhalten.“
Europa ist regulatorischer Hotspot für Cyber-Bußgelder
In der EU sind mehrere neue Regelwerke in Kraft oder kurz vor der Umsetzung (Datenschutz-Grundverordnung DSGVO, Network and Information Security Directive NIS2, Digital Operational Resilience Act DORA, Cyber Resilience Act, EU AI Act), die teils sehr hohe Bußgeldrahmen vorsehen. Unternehmen mit Sitz oder Geschäftstätigkeiten in Europa sind daher einem besonders hohen Risiko cyberbezogener Bußgelder ausgesetzt. Gleichzeitig entstehen durch die überlappenden Regulierungen zusätzliche Unsicherheiten, da Unternehmen oft parallel unterschiedliche Anforderungen erfüllen müssen – ein Risiko, das insbesondere multinationale Organisationen vor erhebliche operative Herausforderungen stellt.
„Unternehmen brauchen heute eine deutlich proaktivere Haltung gegenüber Cyber- und Compliance-Risiken. Die Kombination aus komplexer Regulatorik, steigenden Bußgeldrahmen und unvollständiger Versicherbarkeit macht klar: Nur wer seine Sicherheits-, Governance- und Resilienzstrukturen konsequent weiterentwickelt, kann regulatorischen Druck reduzieren und langfristig handlungsfähig bleiben“ ordnet Seebohm ein.
Die Ergebnisse des Berichts knüpfen an Aons Global Risk Management Survey 2025 an, in der Cyberangriffe als ein Top-Risiko für Unternehmen mit Sitz in der EMEA Region eingestuft wurden.
Der Bericht „The Insurability of Cyber Fines“ ist hier verfügbar.