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Arbeitgeberzuschuss bei Entgeltumwandlung – ab 2022 auch für Altverträge verpflichtend


Im Rahmen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) wurde geregelt, dass bei Entgeltumwandlungsverträgen ein Arbeitgeberzuschuss von 15 % zu zahlen ist, sofern Sozialversicherungsbeiträge eingespart werden. Dies galt bereits seit 2019 für alle neuen Verträge, die über eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds abgeschlossen wurden. Ab 2022 besteht Handlungsbedarf für Altverträge.

Am 1. Januar 2022 endet die gesetzliche Übergangsfrist für die Gewährung von Arbeitgeberzuschüssen für Entgeltumwandlungsverträge von Arbeitnehmern. Ab diesem Zeitpunkt müssen Arbeitgeber für alle Entgeltumwandlungen einen Zuschuss in Höhe von 15% des umgewandelten Entgelts zahlen. Das gilt dann nicht länger nur für neue Verträge ab dem Jahr 2019, sondern auch für Altverträge, die zuvor abgeschlossen wurden. Einzige Voraussetzungen: Der Vertrag besteht über eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds und der Arbeitgeber spart Sozialabgaben durch die Entgeltumwandlung (§ 1a Abs. 1a Betriebsrentengesetz (BetrAVG) i.V.m. § 26a BetrAVG).

Im Hinblick auf die Einführung des Zuschusses gilt es seitens der Arbeitgeber einige grundlegende Entscheidungen zu treffen. So ist zum einen zu überlegen, ob der Zuschuss nur den Mitarbeitern gewährt werden soll, bei denen tatsächlich Sozialabgaben eingespart werden, oder allen Mitarbeitern unabhängig von der Höhe ihrer Bezüge. Zum anderen ist die Frage der Höhe des zu gewährenden Zuschusses zu beantworten. In der Praxis sind insbesondere Regelungen zu finden, die einen pauschalen Zuschlag von 15 % vorsehen oder spitz gerechnet die Höhe der individuell eingesparten Sozialabgaben berücksichtigen. Im Entscheidungsprozess kann auch der Umgang mit bestehenden Matching-Zusagen, bei denen bereits ein Arbeitgeberzuschuss gewährt wird, eine wichtige Rolle spielen oder eventuelle Regelungen eines Tarifvertrags, soweit er für das jeweilige Arbeitsverhältnis Anwendung findet.

Bei Altverträgen besteht die größte Herausforderung in der Anpassung der Verträge bei den jeweiligen Anbietern. Aufgrund des Niedrigzinsumfelds und dem damit verbundenen Absinken des Garantieniveaus sowie einer Abkehr von klassischen Tarifen ist die Änderung oder Erhöhung bei einer Vielzahl von Anbietern nicht mehr oder nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Um alle gesetzlichen Vorgaben fristgerecht zum 1. Januar 2022 umsetzen zu können, sollten Sie daher rechtzeitig handeln und den möglicherweise längeren Entscheidungsprozess frühzeitig anstoßen!

Für weitere Informationen zum Thema Arbeitgeber-Pflichtzuschuss steht Ihnen Ihr Kundenbetreuer unter den bekannten Kontaktdaten zur Verfügung. Alternativ können sie gerne auch Anja Kahl (anja.kahl@aon.com) oder Marcus Schnelle (marcus.schnelle@aon.com) ansprechen.

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