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Mehr Generationengerechtigkeit in und durch bAV


Wenn uns der globale Ausnahmezustand in den letzten eineinhalb Jahren etwas gelehrt hat, dann dies: Menschen, die agil und kreativ handeln, sind im Vorteil. Offenheit für flexible Strukturen und neue Wege sowie die Bereitschaft, fundamentale Änderungen anzuerkennen und mit ihnen umzugehen, können Türen in die Zukunft öffnen. Was hat das mit betrieblicher Altersversorgung zu tun? Eine Menge. Denn auch hier brauchen wir Kreativität und Flexibilität, um mit den faktischen Gegebenheiten zurechtzukommen und das Beste daraus zu machen.

bAV: kreativer Spielraum für neue Szenarien

Schon seit geraumer Zeit zeigt sich, dass diverse Strukturen der Altersversorgung Patina angesetzt haben und mit dem gesellschaftlichen Wandel nur mühsam Schritt halten. Das gilt in Bezug zur demographischen Entwicklung und zu disruptiven Veränderungen der Arbeitswelt sowie nicht zuletzt mit Blick auf neue Lebensentwürfe. Diese Veränderungen bringen es mit sich, dass wir auch in der Altersversorgung neue Ansätze brauchen. Die notwendigen Veränderungen berühren elementare Bedürfnisse wie den Wunsch nach Sicherheit oder Berechenbarkeit. Diesen Bedürfnissen gilt es Rechnung zu tragen. Ein erster, wenn auch bei weitem nicht ausreichender Schritt ist die Digitale Rentenübersicht, die gerade in Arbeit ist und eine Übersicht über das im Alter erwartbare Einkommen liefern soll.
 
Aon | Bevoelkerungsvorausberechnung
Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland (Quelle Destatis)

Ähnlich verhält es sich mit der Generationenfrage. Dieses Thema begleitet uns seit langem in unserer Beratungstätigkeit – ganz gleich, ob wir es mit mittelständischen Unternehmen oder global agierenden Großkonzernen zu tun haben. Auch hier geht es um eine elementare Grundlage unserer Gesellschaft: einen fairen Ausgleich zwischen den Generationen zu schaffen und zu erhalten.

Ganz aktuell haben wir zu dem Thema eine Studie in Auftrag gegeben. Wie schaffen wir es, für die zukünftigen Generationen die Strukturen der Altersversorgung so weiterzuentwickeln, dass sie der demographischen, wirtschaftlichen, ja der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung nicht nur standhalten, sondern dass daraus neue, starke Werte erwachsen? Es herrscht Konsens darüber, dass wir auch Veränderungen im System brauchen und  dass dies nicht ohne den passenden politischen Rahmen voran geht. Das Problem: Die notwendigen Anpassungen brauchen Zeit, um zu greifen. Deshalb sind die Verantwortlichen gut beraten, die Dinge in die Hand zu nehmen, besser heute als morgen.
 
Gerechte Lastenverteilung
 
Was ist zu tun? Alle handelnden Personen sind sich darüber im Klaren, dass die jüngeren Generationen derzeit in zunehmendem Maße die Renten der älteren finanzieren und gleichzeitig für die eigene Altersversorgung Einbußen hinnehmen müssen. Inwieweit sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber dieses Konfliktpotenzials bewusst sind – dazu wird unsere Studie konkrete Ergebnisse liefern. Ebenso dazu, ob und in welcher Form dies einen Generationenkonflikt innerhalb der Unternehmen verursacht.
 
Es ist höchste Zeit für Ideen, wie wir auskömmliche und gerechte Leistungen im Alter bei vergleichbarem Aufwand über die Generationen hinweg erreichen. Vermutlich führt kein Weg an einer veränderten Lastenverteilung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorbei. Dabei sollte allen bewusst sein, dass die bAV – auch ohne den angesprochenen politischen Veränderungsbedarf – grundsätzlich bereits ein hervorragendes Instrumentarium mit enormem Spielraum zur Verfügung stellt. Nämlich genau die notwendigen, flexiblen Modelle, die auch jüngeren Arbeitnehmern attraktive Möglichkeiten einräumen, sich an ihrer Altersversorgung individuell zu beteiligen. Attraktiv nicht nur hinsichtlich variabler Beitragshöhen in unterschiedlichen Lebensphasen, sondern auch bezüglich renditestarker Leistungen. Wir sind gespannt, welche Aufschlüsse uns hier die Studie liefert, ob und in welcher Form Unternehmen hier bereits aktiv geworden sind. Es stellt sich auch die Frage, welchen Stellenwert generationengerechte bAV-Angebote seitens der Arbeitgeber für (potenzielle) Mitarbeiter haben, und inwieweit sie hilfreich sind, um qualifiziertes Personal zu gewinnen.
 
Rendite auch für Jüngere
 
Darüber hinaus gilt es, die reine Beitragszusage weiter voranzutreiben und Abschied von Garantien zu nehmen. Das halten wir für essentiell, um auch für die jüngeren Generationen langfristig rentable Anlagemöglichkeiten zu schaffen, vor allem mit Blick auf das aktuelle Kapitalmarktumfeld. Auf Sicht wird es mit den Garantien der Vergangenheit kaum mehr attraktive Versorgungsleistungen geben können – und dies muss jüngeren Generationen plausibel dargelegt werden. Aber vor allem gilt: Eine Reduktion von Garantien muss nicht den Wegfall von Sicherheit oder planbarer Versorgung bedeuten. Das Gegenteil ist oft der Fall. Bei Einrichtung entsprechender Pensionspläne kann man sogar von einer Win-Win-Situation sprechen, da zukunftsweisende Konzepte zu Gunsten junger Arbeitnehmer mit bilanziellen Interessen des Arbeitgebers kombiniert werden. Denn es gilt: Je weniger Garantie versprochen wird, umso geringer fällt die bilanzielle Belastung aus.
 
Die betriebliche Altersversorgung bietet Arbeitgebern somit mehr als andere Benefits jede Menge kreative Handlungsoptionen, um ihren Mitarbeitern auch in schwierigen Zeiten nicht nur zeitgemäße, sondern zukunftsorientierte Angebote zu machen. Man muss sie nur kennen!
 
Für weitere Informationen stehen Ihnen Dr. André Geilenkothen (andre.geilenkothen@aon.com) und Simon Mayer (simon.mayer@aon.com) zur Verfügung.

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